Die KOlumne (15.7.2011)

Leoparden küßt man nicht!

Nach dem WM-Aus für unsere Frauen ist es offensichtlich: Das Turnier ist verhext! So vermeldete der ARD-Live-Ticker der Begegnung Brasilien – USA: "Wambach zieht aus dem Nichts aus der Distanz ab!" Da konnten unsre Ladys nicht mehr mithalten! "Dritte Plätze sind was für Jungs!" hatten sie getönt! Richtig Mädels! Was bleibt ist Neid. Mindestens bis 2016.

Aber einen 3. Platz auf der Weltrangliste verteidigen wir todsicher: die Bronzemedaille bei Rüstungsexporten! Jetzt hat unsre neue, grüne Merkel den Tierschutz entdeckt und vertickt 200 Leoparden nach Saudi-Arabien. "Geht Euch auch nix an!" beschied Bundespräsident Wulff.

Panzer sind was für den Intimbereich. Und Saudi-Arabien ist erogene Zone, Holger Pfahls und Karl-Heinz Schreiber lassen grüßen. Ein Schelm, wer sich dabei was Böses denkt! Schließlich feixte schon Jürgen W. Möllemann: "Lesen Sie das mal Rückwärts: L E O".

In Saudi-Arabien ist der Kunde wirklich König. Absolut! Das ist super! Da scheitern keine geschminkten Heulsusen bereits im Viertelfinale! Frauen lässt man in Saudi-Arabien gar nicht erst an die Pille, dort heißt es: Ölprinz statt Birgit. Und Allah sei Dank nerven da auch keine unfähigen Weiber beim Einparken! Erwischen Saudi-Arabische Männer Frauen beim Autofahren, wird nicht bloß gemekkat, da setzt es schlagende Argumente! "Frau am Steuer? – Ungeheuer!"

Aber erstens verdoppelten sich die Rüstungsexporte doch bereits in der Rot-Grünen Ära. Zweitens hat Israel den Deal abgesegnet. Und schließlich ist der Iran noch despotischer als Saudi-Arabien. Obwohl: Frauen dürfen im Iran kicken und sogar Autofahren. Egal: Bei Steinigungen ist ein Remis drin! Zum Henker mit den Bedenken! Schon lange bilden wir schließlich die Freunde und Helfer aus, sprich: die saudi-arabische Polizei. Und bewirbt Kraus-Maffei-Wegmann seinen Leopard-2-Kampfpanzer nicht mit dem Versprechen, er sei "besonders effektiv im Einsatz gegen Einzelpersonen"? Hier steht das Individuum noch im Mittelpunkt!

Auch dass unser vielseitiger Leo mit Räumgerät bestückt werden kann, sollte nicht weiter irritieren. Schließlich stufte die Bundespolizei in einem internen Rundschreiben an Bundespolizisten, die in Saudi-Arabien stationiert sind, die Beglückung des Nachbarlandes Bahrein durch saudi-arabische Soldaten im März 2011 als "Sicherungsmaßnahme kritischer Infrastruktur" ein. Also wenn das kein Märchen ist: Ein Königreich für internationale Solidarität!

Die KOlumne (4.7.2011)

Die Konterrevolution marschiert!

In dieser Woche hat der Bundestag den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Wie verlottert dieses Land doch ist: Deutschland einig Aussteigerland! Ach was: "Einig einzig Aussteigerland!" Ein Volk von Gammlern und Technikfeinden! Im Herbst 2010 hatte Queen Mum Angie schließlich bei ihrer Verlängerung der AKW-Laufzeiten noch trompetet:

"Wir machen eine Energierevolution für die Energieversorgung, die bis 2050 trägt".

Marschiert jetzt also die Konterrevolution?
Nein, ganz so schlimm ist es denn doch nicht! Schließlich haben die Abgeordneten die Hände für den Weiterbetrieb von 9 Risiko-Atomkraftwerken gehoben. Von denen einige noch 10 Jahre weiterlaufen werden.

Und auch auf die Frage: "Wohin nun mit den überschüssigen Energien?" gibt unsere schwarz-gelbe Koalition eine glänzende Antwort. Während nämlich der Bundestag unter begeisterter Zustimmung des neuen Merkelfanclubs, "Die Grünen", den Ausstieg samt Garantien beschlossen hat, will die Bundesregierung nun klammheimlich, still und leise die Bürgschaft von 1,3 MRD € für die Finanzierung eines neuen Atomreaktors durchpauken. Dass das Kernkraftwerk in einem erdbebengefährdeten gefährdeten Gebiet am Meer, in der Nähe von Metropolen mit Millionen Menschen liegt, sich die Abklingbecken für alte Brennstäbe nur 50 Meter vom Strand entfernt befinden und sich schon bei den bisherigen 2 Schrottreaktoren Panne an Panne reiht, all diese Fakten summieren sich dabei nicht zu einem wirklichen Störfall. Nein, es geht nicht um Fukushima! Die Rede ist von einer Hermesbürgschaft für den brasilianischen Atomreaktor Angra 3. Dem Regen keine Chance: Auch wenn die Sonne mal nicht scheint - strahlen soll` s künftig trotzdem! Bei den Jungs von Siemens leuchten schon die Augen! "Windschattenpolitik" ist angesagt. Ein zügiger Einstieg in die Windkraft, wäre auch zu zugig.

Wir merkeln uns:

  1. Atomenergie war bis zum März dieses Jahres nicht nur ungefährlich, sondern die Energieform der Zukunft.
  2. Heute ist die Kernenergie temporär ungefährlich, sprich: In Deutschland noch 10 Jahre beherrschbar.
  3. Atomenergie in anderen Ländern ist dagegen todsicher.

"Geist ist geil!"